ChatGPT · Ausbaustufen · Kapitel 15 · 4 Min.
Skills — einen Handgriff beibringen
Ein Ablauf, den du einmal erklärst und danach nie wieder. Gilt im Chat und in Codex zugleich.
Ein neuer Mann auf der Baustelle bekommt die Arbeitsanweisung einmal. Danach hängt sie im Container, und wenn er unsicher ist, geht er hin und liest nach. Man erklärt ihm nicht jeden Morgen aufs Neue, wie ein Aufmaß geschrieben wird.
Genau das ist ein Skill: die Anweisung im Container.
Was ein Skill ist
Ein Skill ist eine Anleitung für eine wiederkehrende Arbeit, die bei Bedarf geladen wird. Dauerhaft mitgetragen wird nur die kurze Beschreibung, wann der Skill greift. Der Rest kommt erst, wenn er gebraucht wird — und genau deshalb kostet ein Skill fast nichts an Kontext, auch wenn er lang ist.
Das ist der Unterschied zu AGENTS.md. Die wird immer gelesen, also muss
sie kurz sein. Ein Skill darf ausführlich sein, weil er die meiste Zeit schläft.
Die Faustregel: Was immer gilt, gehört in AGENTS.md. Was manchmal
gebraucht wird, gehört in einen Skill. Wer das durcheinanderbringt, hat entweder eine
aufgeblähte Hausordnung oder Regeln, die nie greifen.
Wie einer aussieht
Ein Ordner, darin eine Datei namens SKILL.md. Oben zwei Angaben, darunter der
Text:
---
name: angebot-schreiben
description: Wird benutzt, wenn ich ein Angebot erstellen oder überarbeiten will.
---
Frag zuerst nach Bauvorhaben, Umfang und Termin.
Dann schreib das Angebot nach dem Muster in vorlagen/angebot.md.
Preise nie schätzen — wenn eine Position fehlt, nachfragen.Die Beschreibung ist der wichtigste Teil. Sie entscheidet, ob der Skill überhaupt gezogen wird. Schreib hinein, wann er greifen soll und wann nicht — vage Beschreibungen führen dazu, dass er entweder nie oder immer anspringt.
Einen anlegen, ohne eine Datei anzufassen
Es gibt einen mitgelieferten Skill, der Skills baut. In Codex rufst du ihn so auf:
$skill-creatorIn ChatGPT Work heißt derselbe Aufruf @skill-creator. Er fragt dich, was der
Skill tun soll und wann er greifen soll, und legt ihn an.
Der schnellste Weg überhaupt ist aber ein anderer: Beschreib den Ablauf einfach im Gespräch und sag „mach daraus einen wiederverwendbaren Skill“. Genau so sind meine ersten entstanden.
Wo sie liegen
| Ort | Gilt |
|---|---|
~/.agents/skills | überall, für dich |
.agents/skills im Projekt | nur in diesem Projekt |
| mitgeliefert | für alle, ohne Zutun — etwa der Skill-Bauer oben |
Der Ordnername .agents ist kein Zufall: Skills folgen einer offenen
Verabredung, nicht einem Hausformat. Dieselbe Datei funktioniert in mehreren Werkzeugen.
Der eigentliche Vorteil
Skills gelten in ChatGPT und in Codex. Das ist der Punkt, an dem sie eigene GPTs aus Kapitel 6 schlagen: Ein eigener GPT lebt im Chat und bleibt dort. Ein Skill gilt im Chat, in Work, in Codex im Terminal und in geplanten Aufgaben.
Wenn du also ohnehin mit beiden Seiten arbeitest, bau den Ablauf als Skill und nicht als GPT. Einmal geschrieben, überall gültig.
Nachsehen und auswählen
/skillsZeigt, was verfügbar ist, und lässt dich einen gezielt anwenden. In der Anwendung steht Skills in der Seitenleiste.
Änderungen erkennt Codex von selbst. Falls ein neuer Skill nicht auftaucht: einmal neu starten.
Womit man anfängt
- Warte, bis es weh tut.
Der dritte Auftrag, der fast gleich lautet, ist der richtige Zeitpunkt. Vorher weißt du noch nicht, wie der Ablauf wirklich aussieht. - Lass ihn aus dem echten Gespräch bauen.
Nicht am grünen Tisch entwerfen. Aus dem, was gerade funktioniert hat. - Beschreibung schärfen.
Nach zwei Wochen merkst du, ob er zu oft oder zu selten anspringt. Das stellt man an der Beschreibung nach, nicht am Text.
Ein Skill kann auch Skripte mitbringen, die wirklich ausgeführt werden. Bei fremden Skills gilt deshalb dasselbe wie bei fremder Software: Wer sie nicht gelesen hat, sollte sie nicht laufen lassen. Bei selbst gebauten ist das kein Thema.
Ein Skill ist kein Programm. Es ist aufgeschriebenes Wissen darüber, wie du arbeitest. Der Wert steckt nicht in der Technik — er steckt darin, dass du dich einmal hingesetzt und den Ablauf zu Ende gedacht hast.
Was immer gilt, gehört in die AGENTS.md. Was manchmal gilt, in einen Skill. Ein Skill ist kein Programm, sondern aufgeschriebenes Wissen darüber, wie du arbeitest.
Warum darfst du zwanzig Skills haben, aber keine zwanzig Absätze Hausregeln?
Weil die Hausregeln bei jedem Start vollständig mitgehen und dauerhaft Platz kosten. Von einem Skill liegen nur Name und Beschreibung bereit — der Inhalt wird geholt, wenn er dran ist.
Kapitel 15 von 28 · Stand: 13.08.2026
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