ChatGPT · ChatGPT im Alltag · Kapitel 7 · 4 Min.
ChatGPT Work: der Kollege, der losgeht
Kein Gespräch, ein Auftrag. Du nennst das Ergebnis, es sammelt selbst zusammen und legt eine fertige Datei hin.
Der Unterschied zwischen einem Berater und einem Nachunternehmer ist nicht das Wissen. Es ist, wer am Ende die Arbeit gemacht hat. Der eine sagt dir, wie es geht. Der andere kommt wieder, wenn es steht.
Genau das ist der Unterschied zwischen Chat und Work — und er steht fast wörtlich so in der Dokumentation: Chat nimmst du für eine Antwort, eine Erklärung, einen kurzen Entwurf. Work nimmst du, wenn am Ende etwas fertig sein soll.
Was Work anders macht
Du nennst ein Ergebnis. Work zerlegt es selbst in Schritte, holt sich Material aus deinen angebundenen Diensten, arbeitet notfalls stundenlang daran und legt am Ende eine Datei hin, die du öffnen kannst: eine Präsentation, eine Tabelle, ein Papier.
Du kannst dabei zusehen, Rückfragen beantworten, die Richtung ändern und wichtige Schritte freigeben. Es läuft nicht blind durch.
Die Faustregel aus der Dokumentation: Nimm Work, wenn die Aufgabe mehrere Quellen braucht, von Hand spürbar Zeit kosten würde und am Ende etwas herauskommt, das du prüfst und weiterverwendest. Für eine schnelle Frage bleib im Chat.
Wofür es gemacht ist
| Aufgabe | Was daraus wird |
|---|---|
| Notizen, Protokolle, Unterlagen | eine gegliederte Präsentation |
| Angebote, Datenblätter, Recherche | eine Vergleichstabelle mit Bewertung und Empfehlung |
| Verstreute Mails und Ablagen | eine Übersicht, die sich regelmäßig selbst auffrischt |
Lokal oder in der Wolke
Oben im Eingabefeld steht ein Schalter, der Work locally heißt. Der entscheidet mehr, als er aussieht:
- Lokal — Work darf an die Dateien und Programme auf deinem Rechner. Nötig, sobald es um etwas geht, das bei dir liegt. Der Rechner muss dabei anbleiben.
- Cloud — es läuft weiter, auch wenn du die Anwendung schließt oder den Rechner ausmachst. Du kannst das Gespräch später im Browser oder am Handy weiterführen. Dafür kommt es an nichts heran, was auf deiner Festplatte liegt.
Anbindungen: das @-Zeichen
Work wird erst richtig nützlich, wenn es an die Orte darf, wo deine Arbeit ohnehin liegt — Postfach, Ablage, Kalender, Aufgabenverwaltung. Das läuft über Plugins, und du zeigst im Auftrag direkt darauf:
@Google DriveLinks in der Seitenleiste steht Plugins. Dort installierst du, was du brauchst. Was ein Plugin genau ist und wie es sich von einem Connector unterscheidet, steht in Kapitel 19.
Ein Auftrag, der funktioniert
Dieselben vier Angaben wie in Kapitel 5, nur dass sie hier noch mehr zählen — Work arbeitet länger, also wirkt sich ein unklarer Auftrag teurer aus:
Sieh dir die angehängten Gesprächsnotizen und die Umfrage an. Erstell daraus eine Präsentation mit acht Folien für die Bereichsleitung.
Nimm die drei häufigsten Probleme, belege jedes mit einer Stelle aus den Unterlagen, und trenne Befunde von Empfehlungen. Markier alles, was schwach belegt ist.
Quellen nur aus @Google Drive. Leg mir einen Entwurf vor, bevor du irgendetwas als fertig behandelst.
Zwei Sätze darin sind die wichtigsten. „Markier alles, was schwach belegt ist“ — das holt die Halluzinationen an die Oberfläche. Und „leg mir einen Entwurf vor“ — das ist die Handbremse.
Work greift auf echte Konten zu und kann echte Schritte auslösen. Schreib bei allem, was nach außen geht, ausdrücklich hin, wo Schluss ist: „Halt an, bevor du etwas verschickst.“ Das ist kein Misstrauen, das ist dieselbe Absprache, die du mit jedem Nachunternehmer triffst.
Was es kostet
Work und Codex ziehen aus demselben Topf — die Dokumentation sagt das ausdrücklich. Eine lange Work-Aufgabe verbraucht also das, was dir nachher für Codex fehlt.
Der Rat aus der Dokumentation ist trotzdem ein anderer, als man erwartet: Nicht die Zahl der Aufträge zählen, sondern den Wert des fertigen Ergebnisses. Eine Aufgabe, die eine Stunde Handarbeit ersetzt, darf etwas kosten. Genaueres zu Tarifen und Grenzen steht in Kapitel 24.
Grenzen setzen kostet nichts und spart am meisten. „Nur diese Quellen.“ „Höchstens fünf Optionen vergleichen.“ „Nichts verschicken.“ Drei Sätze, die aus einem ausufernden Auftrag einen brauchbaren machen.
Grenzen setzen kostet nichts und spart am meisten: „Nur diese Quellen.“ „Nichts verschicken.“ „Zeig mir den Entwurf.“
Wann nimmst du Work statt des Chats?
Wenn die Aufgabe mehrere Quellen zusammenführen muss und du am Ende eine fertige Datei willst statt eines Gesprächs. Für eine einzelne Frage ist der Chat schneller.
Kapitel 7 von 28 · Stand: 13.08.2026
Achtung
In einem Satz