ChatGPT · Codex Schritt für Schritt · Kapitel 10 · 4 Min.
Das Arbeitsverzeichnis
Der häufigste Anfängerfehler überhaupt — und er ist mit einem Befehl erledigt, bevor er passiert.
Ein Bautrupp, der auf dem falschen Grundstück anfängt, arbeitet sauber, pünktlich und vollkommen umsonst. Das ist kein Können-Problem. Das ist ein Adress-Problem.
Genau dieser Fehler ist der häufigste beim Einstieg in Codex, und er sieht harmlos aus: Man startet das Programm, ohne vorher irgendwo hinzugehen.
Was das Arbeitsverzeichnis ist
Das Arbeitsverzeichnis ist der Ordner, in dem du Codex aufrufst. Er ist die Baustelle: Was darin liegt, kann Codex lesen und ändern. Was darüber oder daneben liegt, nicht.
Codex fragt dich nicht danach. Es nimmt den Ordner, in dem du gerade stehst. Startest du im Terminal einfach so, stehst du in deinem Benutzerordner — also über Dokumenten, Bildern, Downloads und allem anderen.
Der Handgriff
Zuerst in den Ordner wechseln:
cd U:\Projekte\meine-webseiteUnd erst dann starten:
codexDas ist alles. Zwei Zeilen statt einer, und der ganze Fehler ist weg.
Wenn du schon läuft und dich verlaufen hast, gibt es auch den Weg über einen Schalter beim Start:
codex --cd U:\Projekte\meine-webseiteErst der Ordner, dann das Werkzeug. Wer codex tippt, ohne vorher zu wissen,
wo er steht, hat gerade eine Baustelle eröffnet, deren Adresse er nicht kennt.
Woran du merkst, dass du falsch stehst
- Codex beschreibt ein Projekt, das du nicht wiedererkennst.
- Es findet „sehr viele Dateien“ und fragt, womit es anfangen soll.
- Es redet über Ordner wie Downloads oder Eigene Dokumente.
Prüfen kannst du es jederzeit mitten im Gespräch:
/statusEin Ordner ist nicht nur Quelltext
Der Name Codex führt in die Irre. Der Ordner muss kein Programm sein.
Ein Ordner mit Angeboten ist ein Ordner. Ein Ordner mit Sitzungsprotokollen ist ein Ordner. Mein Wissensspeicher besteht aus ein paar hundert Textdateien — Codex arbeitet darin wie in jedem anderen Verzeichnis: liest quer, findet Widersprüche, legt neue Dateien an, räumt auf.
Das ist der Punkt, an dem bei den meisten der Groschen fällt: Es geht nicht ums Programmieren. Es geht um Fleißarbeit an vielen Dateien.
Drei Orte, an denen gearbeitet werden kann
Wenn du Codex in der Anwendung startest statt im Terminal, fragt es dich vorher, wo gearbeitet werden soll:
| Ort | Was das heißt |
|---|---|
| Local | Direkt in deinem Projektordner. Änderungen sind sofort da. |
| Worktree | In einer abgetrennten Kopie. Dein Ordner bleibt unangetastet, bis du übernimmst. |
| Cloud | Auf fremden Rechnern. Kommt an deine Festplatte nicht heran. |
Worktree setzt Git voraus. Wenn dir das nichts sagt, nimm Local und mach vorher eine Kopie — das ist dasselbe in Handarbeit.
Einen Ordner zuweisen, statt einen zu erben
Leg den Ordner selbst an und wechsle selbst hinein. Wer das dem Werkzeug überlässt, findet seine Ergebnisse später irgendwo in den Tiefen des Systems wieder — und sucht dann eine Datei, deren Namen er kennt, aber nicht den Weg dorthin.
Was ich mir angewöhnt habe
- Ein Ordner, ein Vorhaben.
Keine Sammelordner. Je enger die Baustelle, desto besser die Ergebnisse — Codex sieht dann nur, was zur Sache gehört. - Der Ordner steht, bevor Codex startet.
Angelegt, benannt, die vorhandenen Unterlagen hineinkopiert. - Beim Betreten einmal fragen.
„Was liegt hier?“ Kostet zehn Sekunden und bestätigt die Adresse.
Das Arbeitsverzeichnis ist die wichtigste Einstellung, die es gibt — und die einzige, die man nicht einstellt, sondern betritt. Deshalb wird sie so leicht übersehen.
Codex klingt nach Programmieren. Was es wirklich tut, ist stures Arbeiten an vielen Dateien — ganz gleich, ob darin Code steht oder nur Angebote.
Warum legst du den Projektordner selbst an, statt ihn Codex anlegen zu lassen?
Weil du sonst nicht weißt, wo er liegt. Ein Ordner, den das Werkzeug irgendwo in den Systemverzeichnissen anlegt, findest du später nicht wieder — und du weißt nicht, worauf Codex eigentlich Zugriff hat.
Kapitel 10 von 28 · Stand: 17.08.2026
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