Der Vergleich · Die Werkzeuge nebeneinander · Kapitel 3 · 3 Min.
Die Modellfamilien
Opus, Sonnet, Haiku — Sol, Terra, Luna — und was bei dir auf der Platte liegt. Drei Familien, ein Muster.
Beide großen Anbieter bauen dasselbe Sortiment: ein schweres Gerät, ein Arbeitspferd, einen Flinken. Verschieden sind nur die Namen — und die wechseln alle paar Monate.
Nebeneinander
| Klasse | Claude | ChatGPT | Lokal (bei mir) |
|---|---|---|---|
| Groß planen, lange Läufe | Opus 5 | Sol, ganz oben zusätzlich Sol Pro | gibt es nicht |
| Mittel der Alltag | Sonnet 5 | Terra | gemma3:4b |
| Klein Kleinkram, viel davon | Haiku 4.5 | Luna | gemma3:1b |
Die letzte Spalte steht auf einer anderen Skala. „Groß“ heißt lokal ein paar Gigabyte auf deiner Platte — die großen Modelle der beiden Anbieter passen in kein Wohnzimmer. Die Spalten stehen nebeneinander, weil sie dieselbe Rolle im Alltag spielen, nicht dieselbe Klasse.
Der zweite Regler
Bei ChatGPT gibt es neben dem Modell einen Regler für die Gründlichkeit: niedrig antwortet schnell, hoch denkt länger nach. Er wirkt bei vielen Aufgaben stärker als die Modellwahl — Terra auf hoch schlägt Sol auf niedrig, und ist dabei billiger.
Bei Claude steckt derselbe Hebel woanders: in der Modellwahl und im Plan-Modus. Erst planen lassen, dann bauen — das ist der nächste Verwandte zu „dreh die Gründlichkeit hoch“, und es kostet dreißig Sekunden.
Lokal gibt es weder das eine noch das andere. Dort ist die Modellgröße der einzige Regler, und er hat zwei Stellungen: schnell und ungenau, oder langsam und brauchbar.
Was lokal wirklich hergibt
Damit die Tabelle oben nicht mehr verspricht, als drinsteht. Gemessen auf einem normalen Bürorechner ohne eigene Grafikkarte:
| Modell | Auf der Platte | Wörter je Sekunde |
|---|---|---|
gemma3:1b | 815 MB | rund 12 |
gemma3:4b | 3,3 GB | rund 5 |
Fünf Wörter je Sekunde ist ungefähr Vorlesetempo. Zum Zusehen reicht das. Für zwanzig Seiten nicht — und genau dort fängt die Cloud an, ihr Geld wert zu sein.
Der Unterschied zwischen klein und mittel ist lokal übrigens kein Komfortthema. Das kleine Modell hat mir im Test still einen halben Satz aus einem Diktat unterschlagen, und das Ergebnis las sich rund. Das ist die gefährlichste Sorte Fehler, und sie hängt an der Größe, nicht am Auftrag.
Der Fehler, der überall derselbe ist
Zum größten Modell greifen, weil es das größte ist. Das passiert in beiden Lagern, und es kostet in beiden dasselbe: Du bist früher am Limit und siehst am Ergebnis meistens keinen Unterschied.
Im Zweifel die Mitte. Das große Modell holst du dir zum Planen und dann, wenn das mittlere zweimal danebenlag. Beides sind Ausnahmen, keine Gewohnheit.
Und die Namen?
Die in der Tabelle stimmen im August 2026. Ewig werden sie nicht stimmen — deshalb tragen der Claude- und der ChatGPT-Kurs je ein eigenes Kapitel „Was gerade neu ist“, und deshalb steht in diesem Kurs Kapitel 14. Was bleibt, ist das Muster: groß, mittel, klein — und die Mitte ist fast immer richtig.
Alle bauen groß, mittel und klein. Nimm überall die Mitte — und wo es einen Regler für die Gründlichkeit gibt, dreh lieber den hoch als das Modell.
Großes Modell auf niedriger Gründlichkeit oder mittleres auf hoher — was nimmst du?
Das mittlere auf hoch. Es ist bei den meisten Aufgaben besser und dabei billiger. Wer gewohnheitsmäßig das größte nimmt, ist früher am Limit und merkt am Ergebnis meistens nichts.
Kapitel 3 von 15 · Stand: 18.08.2026
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