Der Vergleich · Die Entscheidung · Kapitel 13 · 5 Min.
Der vierte am Tisch
Copilot wählst du nicht, du findest ihn vor. Was im Firmenkonto anders ist, und wann er die richtige Antwort ist und wann nicht.
Bei Claude, ChatGPT und der lokalen KI hast du gewählt. Du hast dich angemeldet, ein Abo gebucht oder ein Programm installiert. Bei Copilot ist es umgekehrt: Er steht schon da. Unter Windows, im Office, im Postfach der Firma. Deshalb ist er in diesem Kurs keine Spalte, sondern eine vierte Ecke. Er wird nicht verglichen, sondern erkannt.
Ein Hinweis zu meinem Wissen: Ausprobiert habe ich nur die Copilot-App mit meinem privaten Konto. Alles andere in diesem Kapitel steht nach Herstellerdoku da, Stand 03.11.2026. Der Copilot im Firmenkonto kann bei dir abgeschaltet sein. Das entscheidet deine Firma.
Drei Häuser, ein Name
„Copilot“ ist kein einzelnes Werkzeug, sondern ein Name auf drei Häusern: die Copilot-App mit deinem privaten Konto, der Copilot im Firmenkonto und GitHub Copilot fürs Programmieren. Jedes Haus hat sein eigenes Konto, seine eigene Rechnung und seine eigenen Datenregeln. Welches du betrittst, entscheidet nicht die App und nicht der Ort, sondern das Konto, mit dem du angemeldet bist.
Darum fragst du bei Copilot nicht zuerst „Was kann er?“, sondern „Welcher ist das?“. Dafür gibt es im Copilot-Kurs zwei Fragen: Wo bist du, und mit welchem Konto? (Kapitel 2). Das Gegenbild zu „ein Fenster, drei Zimmer“ bei ChatGPT steht dort in Kapitel 4.
Was im Firmenkonto anders ist
Drei Dinge, die du von den anderen Werkzeugen so nicht kennst:
- Die Daten. Laut Microsoft gilt im Firmenkonto ein Firmenschutz: Deine Eingaben dienen nicht zum Training, und der Datenverkehr bleibt in der EU-Datengrenze. Zwei Ausnahmen nennt die Doku selbst, die Websuche und die Modelle von Anthropic. Gleichzeitig werden Eingabe und Antwort gespeichert, und die Firma kann sie finden. Behandle den Firmenchat wie eine dienstliche Mail (Copilot-Kurs, Kapitel 7).
- Das Kontingent. Du buchst nichts selbst. Der Chat ist laut Microsoft mit passenden Lizenzen ohne Aufpreis dabei. Copilot im Dokument und der Zugriff auf Firmendaten brauchen eine Lizenz, die die Firma bezahlt. Erweiterte Funktionen wie Cowork laufen nach Verbrauch. Welche Lizenz du hast, zeigt das Label unter deinem Namen (Copilot-Kurs, Kapitel 12).
- Die Entscheidung. Ob es eine Lizenz gibt, ob die Websuche an ist, ob Modelle von Anthropic freigegeben sind: Das stellt die Firma ein. Nicht du, nicht Microsoft und nicht ich.
Wann Copilot die richtige Antwort ist
Dann, wenn dir die Wahl abgenommen wird oder wenn sie sich erübrigt:
- Die Firma gibt ihn vor. Dann ist die Frage entschieden, bevor du sie stellst (hier Kapitel 12). Du lernst, was freigegeben ist und was du nicht hineinkippst.
- Du arbeitest in Office-Dokumenten. In Word, Excel, PowerPoint und Outlook sitzt Copilot im Dokument, wenn Abo oder Lizenz ihn enthalten. Zu Hause hängt das am Microsoft-365-Abo (Copilot-Kurs, Kapitel 6), in der Firma am Label.
- Du willst nichts installieren. Auf neuen Windows-11-Rechnern ist die Copilot-App laut Microsoft schon da.
Wann nicht
- Du willst dir eine eigene Werkstatt bauen. Hausregeln, Skills, Unteragenten im eigenen Ordner: Einen Aufbau wie in den Kursen zu Claude und ChatGPT zeigt der Copilot-Kurs nicht, mit Absicht. Skills und Plugins gibt es im Firmen-Copilot, aber die verwaltet die Firma (Copilot-Kurs, Kapitel 8).
- Du willst einen Ordner bearbeiten lassen. Die Copilot-App sucht Dateien, auch auf OneDrive, und liest sie. Dass sie einen Ordner umbaut wie Claude Cowork oder Codex, habe ich in der Doku nicht gefunden. Der Agent-Modus von GitHub Copilot ändert im Editor Dateien, aber das ist ein anderes Haus.
- Du willst programmieren. Dafür gibt es GitHub Copilot (Copilot-Kurs, Kapitel 9). Wer tiefer einsteigen will, ist im Claude-Code- oder im Codex-Kurs besser aufgehoben.
Wohin du weiterliest
Im Copilot-Kurs sind es vier Kapitel, in dieser Reihenfolge:
- Kapitel 2: Welcher Copilot ist das vor dir?
Zwei Fragen, Ort und Konto. Danach weißt du, welches Haus dich betrifft. - Kapitel 4: Ein Name, drei Häuser.
Konto, Rechnung und Datenregeln der drei Häuser nebeneinander. - Kapitel 7: Privat oder Firma.
Wer deine Eingaben sieht und was du im Firmenkonto besser nicht eintippst. - Kapitel 12: Was es kostet und ob du schon bezahlt hast.
Die Preise der drei Häuser, mit Datum.
Frag bei Copilot zuerst nach dem Konto, nicht nach dem Modell. Welches Label unter deinem Namen steht, entscheidet mehr als jede Funktionsliste. Und die Namen ändern sich: Welche gerade gelten, steht in der Namens-Landkarte im Copilot-Kurs, Kapitel 13.
Bei den anderen dreien suchst du dir das Werkzeug aus. Copilot findest du vor: unter Windows, im Office, in der Firma. Dann fragst du nicht „welches?“, sondern „welcher ist das, und mit welchem Konto?“.
Deine Firma stellt dir Copilot hin. Was klärst du zuerst: ob er klug genug ist, oder etwas anderes?
Etwas anderes: mit welchem Konto du angemeldet bist und was die Firma freigeschaltet hat. Das Label unter deinem Namen sagt, welcher Copilot es ist. Ob er klug genug ist, kommt danach.
Kapitel 13 von 16 · Stand: 03.11.2026
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