Claude · Ausbaustufen · Kapitel 15 · 4 Min.
Hooks — Automatik, die immer greift
Der Unterschied zwischen „bitte denk daran“ und „passiert automatisch“. Das ist der ganze Punkt.
Alles bisher — Hausregeln, Skills, Agenten — sind Bitten. Claude befolgt sie meistens. Meistens ist gut. Manchmal reicht meistens nicht.
Ein Hook ist ein Befehl, der bei einem bestimmten Ereignis immer läuft. Nicht wenn Claude es für sinnvoll hält — immer. Die KI ist an der Entscheidung nicht beteiligt.
Warum das ein anderes Kaliber ist
Der Unterschied ist der zwischen einem Schild „Helm tragen“ und einer Schranke, die ohne Helm nicht aufgeht.
Wenn du dir wünschst, dass Claude „ab jetzt jedes Mal“ etwas tut — dann ist das ein Hook. Kein Eintrag in der CLAUDE.md. Ein Eintrag in der CLAUDE.md ist eine Bitte, ein Hook ist eine Regel.
Wann sie greifen können
| Zeitpunkt | Wofür man es nimmt |
|---|---|
| Vor einem Werkzeugeinsatz | Etwas verhindern. „Diese Datei wird nie geändert.“ |
| Nach einem Werkzeugeinsatz | Aufräumen. Formatieren, prüfen, protokollieren. |
| Bei Sitzungsstart | Etwas laden oder ausgeben — den aktuellen Stand, eine Warnung. |
| Beim Start eines Unteragenten | Vorbereiten, mitloggen. |
| Wenn Claude fertig ist | Benachrichtigen. Ton abspielen, Nachricht schicken. |
Ein Beispiel
Der Klassiker: Nach jeder geänderten Datei läuft ein Formatierer drüber. Damit ist die Formatierung nie wieder Thema — weder für dich noch für Claude.
Ein anderes, das mir mehr gebracht hat: Bei Sitzungsstart wird ausgegeben, wann die Live-Seite zuletzt hochgeladen wurde. Ich sehe sofort, ob mein lokaler Stand aktuell ist.
Und der wertvollste bei mir: ein Hook, der verhindert, dass eine bestimmte Datei angefasst wird. Die Konfigurationsdatei mit den Zugangsdaten. Kein Vertrauen nötig, keine Erinnerung nötig — er kommt nicht ran.
Einen anlegen
Du musst keine Konfigurationsdatei von Hand schreiben — sag es Claude:
Leg mir einen Hook an: Nach jedem Schreiben oder Ändern einer Datei soll der Formatierer über diese eine Datei laufen. Nur für dieses Projekt, nur für mich. Zeig mir den Eintrag, bevor du ihn speicherst.
Vier Angaben braucht jeder Hook, und die solltest du im Kopf haben, damit du prüfen kannst, was er gebaut hat:
- Wann? Vor oder nach einem Werkzeugeinsatz, bei Sitzungsstart, und so weiter.
- Bei welchem Werkzeug? Zum Beispiel bei
WriteundEdit— also immer, wenn eine Datei geschrieben oder geändert wird. - Welcher Befehl? Was ausgeführt werden soll.
- Wo gespeichert? Nur für dich in diesem Projekt, für alle im Projekt, oder überall.
Landet in einer settings.json im .claude-Ordner. Mit
/hooks siehst du, was gerade eingerichtet ist — der erste Griff, wenn etwas
Unerwartetes passiert.
Einen Hook lässt du dir anlegen, aber du liest ihn. Ein Hook führt Befehle auf deinem Rechner aus, jedes Mal, ohne Rückfrage. Das ist die eine Stelle in diesem Lehrgang, an der ungeprüftes Durchwinken wirklich weh tun kann.
Wann sich das lohnt
Nicht am ersten Tag. Hooks sind die Stufe, auf die man kommt, wenn man merkt:
- Ich sage jedes Mal dasselbe.
- Es ist schon zweimal dasselbe schiefgegangen.
- Ich will, dass etwas garantiert passiert, nicht wahrscheinlich.
Alle drei sind gute Gründe. Alle drei erkennt man erst nach ein paar Wochen Praxis.
Die Falle
Ein Hook läuft bei jedem einzelnen passenden Ereignis. Ein Befehl, der drei Sekunden braucht, macht bei zwanzig Dateiänderungen eine Minute Wartezeit — und du weißt nicht, woher die Zähigkeit kommt.
Also: schnelle Befehle. Und nach dem Anlegen einmal zusehen, ob es sich noch flüssig anfühlt.
Zweite Falle: Ein Hook, der fehlschlägt, kann die Arbeit blockieren. Wenn plötzlich nichts mehr geht, ist der zuletzt angelegte Hook der erste Verdächtige. Rausnehmen, prüfen, wieder rein.
Die Rangordnung
Damit hast du alle vier Werkzeuge beisammen, mit denen du Claude formst:
| Werkzeug | Verbindlichkeit | Wann |
|---|---|---|
| CLAUDE.md | Bitte, immer sichtbar | gilt überall und immer |
| Skill | Anleitung, auf Abruf | gilt bei bestimmten Aufgaben |
| Subagent | Auftrag an einen anderen | abgegrenzte Teilaufgabe |
| Hook | Regel, unverhandelbar | muss garantiert passieren |
Nimm immer die schwächste Stufe, die reicht. Ein Hook für etwas, das auch eine Zeile in der CLAUDE.md erledigt, macht dein Setup starr, ohne dass du etwas gewinnst.
Ein Eintrag in der CLAUDE.md ist eine Bitte, ein Hook ist eine Regel — der Unterschied zwischen einem Schild „Helm tragen“ und einer Schranke, die ohne Helm nicht aufgeht. Nimm trotzdem immer die schwächste Stufe, die reicht.
Seit gestern fühlt sich jede Sitzung zäh an, ohne dass eine Fehlermeldung kommt. Was schaust du dir zuerst an?
Den zuletzt angelegten Hook. Er läuft bei jedem passenden Ereignis — drei Sekunden mal zwanzig Dateiänderungen sind eine Minute Wartezeit, und nichts sagt dir, woher sie kommt. /hooks zeigt, was eingerichtet ist.
Kapitel 15 von 26 · Stand: 13.08.2026
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