Claude · Claude Code Schritt für Schritt · Kapitel 6 · 5 Min.
Einrichten und die erste Sitzung
Vom leeren Terminal bis zum ersten Ergebnis. Mit der Stolperstelle, über die fast jeder fällt.
Ab hier wird es praktisch. Wenn du das Terminal noch nie geöffnet hast: keine Sorge, du brauchst genau vier Befehle, und drei davon tippst du nie wieder.
Das Terminal ist ein Fenster, in dem man Programme durch Tippen startet statt durch Klicken. Unter Windows heißt es PowerShell oder Eingabeaufforderung, auf dem Mac Terminal. Es sieht altmodisch aus. Es ist auch altmodisch. Und es ist immer noch der direkteste Weg, einem Rechner etwas zu sagen.
Was du brauchst
- Ein bezahltes Claude-Abo. Pro reicht. Max gibt dir mehr Kontingent, nicht mehr Funktionen.
- Windows, macOS oder Linux. Alle drei gehen.
- Zwanzig Minuten.
Der Weg
- Installationsbefehl holen.
Aufdocs.claude.comden Quickstart-Guide öffnen, Abschnitt „Install Claude Code“. Dort steht für jedes Betriebssystem ein eigener Befehl. Nimm den für deins — nicht den ersten in der Liste. - Terminal öffnen und Befehl einfügen.
Einfügen und Enter. Dann läuft die Installation durch. - Auf den PATH-Hinweis achten.
Am Ende erscheint oft eine Meldung, dass ein Ordner „nicht im PATH“ ist, mit einem zweiten Befehl darunter. Den auch ausführen. Sonst kennt dein Rechner das Programm gleich nicht. - Terminal schließen und neu öffnen.
Die PATH-Änderung greift erst im nächsten Fenster. Wer das überspringt, denkt, die Installation sei fehlgeschlagen. - Starten.
Ein Wort. Danach führt dich ein Assistent durch: Farbschema wählen, dann „Claude account with subscription“ (nicht die API — die rechnet einzeln ab und ist bei regelmäßiger Nutzung teurer). Es öffnet sich der Browser, du bestätigst, fertig.
claude - Sicherheitshinweise und Terminal-Einrichtung mit Enter bestätigen, und die Frage, ob Claude auf den aktuellen Ordner zugreifen darf, ebenfalls.
Jetzt steht der Cursor und blinkt. Du kannst schreiben wie im Chat.
Die Stolperstelle
Genau hier machen fast alle denselben Fehler — ich auch. Du bist nämlich noch in deinem Benutzerordner. Dem Ordner, in dem alles liegt: Dokumente, Bilder, Downloads, dein ganzes digitales Leben.
Starte Claude Code nie im Benutzerordner. Beende ihn wieder, leg einen Projektordner an, wechsle hinein und starte erst dort. Warum das so wichtig ist, steht ausführlich im nächsten Kapitel — aber die Regel gilt ab sofort.
So geht es richtig. Erst Claude beenden (zweimal Strg+C oder /exit), dann:
mkdir uebung
cd uebung
claudemkdir legt einen Ordner an, cd wechselt hinein. Diese beiden
Befehle brauchst du immer wieder — das sind die anderen drei aus dem Versprechen oben.
Der erste echte Auftrag
Nimm etwas Kleines mit sichtbarem Ergebnis. Zum Beispiel:
Bau mir eine einzelne HTML-Seite für einen fiktiven Malerbetrieb „Farbe & Form“. Dunkler Hintergrund, eine Farbe als Akzent, keine Bilder. Oben Name und ein Satz, was sie machen, darunter drei Leistungen, unten Kontaktangaben. Alles in eine Datei, kein Framework.
Jetzt passiert Folgendes, und das ist der Moment, in dem es klickt:
- Claude schreibt sich eine eigene Aufgabenliste und arbeitet sie ab.
- Bevor er eine Datei anlegt, fragt er um Erlaubnis. Du kannst einmalig zustimmen oder für die ganze Sitzung.
- Am Ende sagt er, was er gemacht hat.
Öffne die Datei per Doppelklick im Ordner. Da ist deine Seite.
Nimm dir beim ersten Mal die Zeit, die Erlaubnisfragen wirklich zu lesen. Nach zwanzig Sitzungen klickst du sie weg wie AGB — und genau dann sollte man wissen, was man da wegklickt.
Die Befehle für den Anfang
Alles, was mit Schrägstrich beginnt, ist ein Steuerbefehl an das Programm, keine Frage an
Claude. Tipp einfach / und du siehst die ganze Liste.
| Befehl | Was er tut |
|---|---|
/usage | Zeigt, wie viel Kontingent du verbraucht hast — heute und diese Woche. Der wichtigste Befehl am Anfang. |
/model | Modell wechseln. |
/context | Zeigt, was gerade den Kontext füllt. |
/clear | Gespräch beenden, sauber neu anfangen. |
/help | Hilfe. |
/exit | Beenden. |
Schrägstrich-Befehle kosten bis auf wenige Ausnahmen kein Kontingent. Sie steuern
das Programm, sie fragen nicht das Modell. Du darfst /usage so oft eingeben,
wie du willst.
Welche Befehle es gibt, hängt davon ab, wo du Claude Code laufen lässt und welche Version du hast. Manches funktioniert nur im Terminal und nicht in der Desktop-App oder im Browser. Und die Liste ändert sich: Befehle kommen dazu, verschwinden oder tun plötzlich etwas anderes.
Wenn ein Befehl aus diesem Lehrgang bei dir nicht geht, ist das kein Fehler auf deiner
Seite. Tipp /help — dort steht, was du tatsächlich hast. Das ist die
einzige verlässliche Liste, und sie schlägt jede Anleitung, auch diese.
Wenn du kein Terminal willst
Es gibt Claude Code auch in der Desktop-App unter „Code“. Dieselbe Maschine, nur mit Knöpfen und Fenster statt Textzeile. Ordner auswählen, losschreiben.
Für den Einstieg ist das der bequemere Weg. Ich beschreibe hier trotzdem das Terminal, weil sich alles Weitere leichter erklären lässt — und weil du am Ende ohnehin dort landest, wenn du mehr willst.
Installieren, PATH-Hinweis ausführen, Terminal neu öffnen — und dann erst im Projektordner starten, nie im Benutzerordner.
Die Installation lief durch, aber der Rechner kennt den Befehl claude nicht. Was hast du übersprungen?
Entweder den zweiten Befehl aus dem PATH-Hinweis oder das Neuöffnen des Terminals — die PATH-Änderung greift erst im nächsten Fenster. Beides sieht aus wie eine fehlgeschlagene Installation und ist keine.
Kapitel 6 von 26 · Stand: 13.08.2026
Achtung
In einem Satz