Claude · Claude Code Schritt für Schritt · Kapitel 7 · 3 Min.
Das Arbeitsverzeichnis
Warum Claude Code immer in genau einem Ordner lebt — und warum das die wichtigste Sicherheitseinstellung überhaupt ist.
Claude Code hat keine Dateiauswahl. Es gibt kein „Öffnen“-Fenster. Stattdessen gilt eine einzige, simple Regel:
Claude Code arbeitet in dem Ordner, in dem du es gestartet hast — und in dessen Unterordnern. Sonst nirgends.
Dieser Ordner heißt Arbeitsverzeichnis. Er ist gleichzeitig der Arbeitsplatz und der Zaun drumherum.
Warum das so gebaut ist
Denk an eine Baustelle. Du übergibst dem Trockenbauer den zweiten Stock. Er richtet sich dort ein, er arbeitet dort, und er hat im Keller nichts verloren. Nicht weil du ihm misstraust — sondern weil klare Grenzen die Zusammenarbeit einfach machen.
Genauso hier. Der Ordner ist der zweite Stock.
Der Fehler, den jeder einmal macht
Man öffnet das Terminal, tippt claude, es läuft — und man merkt nicht, dass man
im Benutzerordner sitzt. In dem Ordner, unter dem Dokumente, Bilder, Downloads und Schreibtisch
liegen. Alles.
Im Benutzerordner gestartet, ist der Zaun um dein ganzes digitales Leben gezogen. Es passiert nichts von allein — Claude fragt vor jeder Änderung. Aber ein falsch verstandener Auftrag wie „räum die alten Dateien hier auf“ hat dort eine ganz andere Reichweite als in einem Projektordner.
Wo du bist, siehst du beim Start oben im Fenster. Wenn du unsicher bist:
pwdzeigt dir den aktuellen Pfad. Unter Windows in der PowerShell funktioniert das auch.
So machst du es richtig
- Ein Ordner je Vorhaben.
Website, Wiki, Steuerkram, Übungsprojekt — jeweils ein eigener. Nicht alles in einen Topf. - Ins Verzeichnis wechseln, dann starten.
cd U:\Projekte\meine-seite claude - Beim ersten Mal Vertrauen bestätigen.
Claude fragt einmal je Ordner, ob er ihm vertrauen darf. Nur bestätigen, wenn du weißt, was drin liegt.
Wie Claude sich im Ordner umsieht
Er liest nicht alles auf einmal ein — das würde den Kontext sofort sprengen. Er sucht gezielt: erst die Dateinamen, dann die Stellen, die zu deinem Auftrag passen.
Für dich heißt das: Ordnung im Ordner hilft ihm. Sprechende Dateinamen, eine nachvollziehbare Struktur, kein Ordner mit 4000 Dateien darin. Dieselbe Ordnung, die auch dir hilft.
Was nicht in den Ordner gehört
- Zugangsdaten, Passwörter, Schlüssel. Wenn sie dort liegen müssen — bei Webprojekten ist das manchmal so — dann in einer Datei, die klar als solche erkennbar ist, und mit dem ausdrücklichen Hinweis in den Hausregeln, dass sie nicht angefasst wird.
- Der einzige Stand von irgendetwas. Dazu gleich mehr.
Das Sicherheitsnetz
Claude Code ändert echte Dateien. Es gibt keinen Papierkorb und kein Rückgängig über mehrere Schritte.
Arbeite nur in Ordnern, von denen es eine Sicherung gibt. Entweder eine Versionsverwaltung wie Git, oder eine Cloud-Synchronisation mit Versionsverlauf, oder schlicht eine Kopie, die du vorher gezogen hast.
Das ist keine Panikmache, sondern dieselbe Regel wie beim Abbruch: bevor du die Wand aufmachst, weißt du, was dahinter liegt.
Mehrere Ordner gleichzeitig?
Geht — aber lieber nicht. Man kann Claude Code weitere Verzeichnisse dazuschalten. Für den Anfang ist ein Ordner je Sitzung die richtige Antwort. Klare Grenzen, klarer Kopf, weniger Kontext.
Wenn du an zwei Dingen gleichzeitig arbeitest: zwei Terminalfenster, zwei Ordner, zwei Sitzungen. Läuft problemlos nebeneinander.
Der Ordner, in dem du startest, ist Arbeitsplatz und Zaun zugleich. Ein Ordner je Vorhaben — und nur solche, von denen es eine Sicherung gibt.
Warum ist „räum die alten Dateien hier auf“ im Benutzerordner ein ganz anderer Satz als im Projektordner?
Weil der Zaun dann um dein ganzes digitales Leben gezogen ist — Dokumente, Bilder, Downloads, Schreibtisch. Derselbe missverstandene Auftrag hat dort eine völlig andere Reichweite.
Kapitel 7 von 26 · Stand: 13.08.2026
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