Copilot · Copilot im Alltag · Kapitel 7 · 4 Min.
Privat oder Firma: wem das Konto gehört
Wer deine Eingaben sieht, ob sie zum Training dienen und was du im Firmenkonto besser nicht eintippst.
Das ist das Kapitel, das ich am liebsten zuerst lesen würde. Es klärt die Frage, die man bei Copilot am seltensten stellt: Wer liest mit? Alles hier nach Herstellerdoku von Microsoft, Stand 03.11.2026. Ich habe nichts davon in einem Firmenkonto geprüft. Ich werde es auch nicht tun, weil das, was hier steht, für jedes Firmenkonto gilt.
Im privaten Konto
Die neue Fassung der Copilot-App gibt es seit dem 18.08.2026. Laut Microsoft werden Eingaben, Antworten und Dateiinhalte in dieser App nicht zum Training der Basismodelle verwendet. Dasselbe sagt Microsoft für den Copilot in den privaten Office-Programmen (Kapitel 6).
- Memory. Copilot kann sich Dinge merken. Du kannst sie einsehen und einzeln oder alle löschen. Abschalten allein löscht sie nicht. Wo das steht, zeigt Kapitel 12.
- Werbung. Nach Doku gibt es sie nur ohne Abo. Du kannst die personalisierte Werbung abschalten. Unter 18 gibt es personalisierte Werbung nicht.
- Verlauf. Du kannst ihn löschen, einzeln oder über das Datenschutz-Dashboard.
Viele Anleitungen zeigen noch Schalter wie „Training auf Gesprächsverläufen“. Die gehören zur alten App vor dem 18.08.2026. Dort galt: Training mit Möglichkeit zum Widerspruch, nur für künftige Gespräche, Verlauf bis zu 18 Monate. Für die neue Fassung nennt Microsoft kein Training. Wer die alten Schalter sucht, ist auf einer alten Seite.
Im Firmenkonto
Alles in diesem Abschnitt betrifft den Firmen-Copilot. Der kann bei dir abgeschaltet sein, das entscheidet deine Firma. Wenn er da ist, gilt laut Doku:
- Firmenschutz (Enterprise Data Protection). Ein Vertrag mit Microsoft, nach dem Microsoft als Auftragsverarbeiter für die Firma arbeitet. Die Daten werden nicht zum Training der Basismodelle benutzt. Berechtigungen und Aufbewahrungsregeln der Firma gelten weiter. Erkennbar am grünen Schild neben „New Chat“.
- Aber: Die Firma kann es nachträglich finden. Eingabe und Antwort werden laut Microsoft für Prüfungen gespeichert, im Postfach-Bereich der Firma. Die Firma kann sie im Audit-Log und mit einer eDiscovery-Suche finden, und sie kann Aufbewahrungsregeln darauf anwenden. Auch Prüfwerkzeuge für Kommunikation sind laut Doku vorgesehen. Das gilt ausdrücklich auch für den einfachen Copilot Chat, nicht nur für den mit Lizenz.
Was deine Firma davon tatsächlich einschaltet und auswertet, steht nicht in der Doku. Das weiß nur sie. Frag nach, bevor du es annimmst oder ausschließt.
Behandle den Firmenchat wie eine dienstliche Mail: gespeichert und auffindbar. Passwörter gehören nie hinein. Vertrauliche Kundendaten und Personalfragen nur, wenn deine Firma es ausdrücklich erlaubt. Ihre Richtlinie geht vor.
Wohin die Daten wandern
Auch dieser Abschnitt betrifft den Firmen-Copilot, der bei dir abgeschaltet sein kann. Laut Microsoft bleibt der Datenverkehr innerhalb der EU-Datengrenze („EU Data Boundary“). Zwei Ausnahmen nennt die Doku selbst:
- Websuche. Fragt Copilot im Web nach, geht ein Stück aus deiner Frage an Bing: ein paar Wörter, die Copilot aus der Eingabe bildet, ohne Nutzer- oder Firmenkennung. Das fällt aus der EU-Datengrenze. Für diese Suchanfragen gilt nicht der Firmenvertrag, sondern Microsofts allgemeine Datenschutzerklärung.
- Anthropic-Modelle. Sie sind ausdrücklich ausgenommen. In der EU sind sie standardmäßig abgeschaltet, bis ein Administrator sie freigibt. Für einzelne neue Modelle gelten eigene Bedingungen von Anthropic; die muss die Firma gesondert freigeben.
Was die Firma einstellt und was du siehst
Wieder Firmen-Copilot, bei dir möglicherweise abgeschaltet. Die Firma entscheidet über die Lizenzvergabe, die Websuche, die Modelle von Anthropic, Plugins, den Agent Builder und die Recherche-Agenten, über Cowork und über die Aufbewahrung. Was bei dir ankommt, siehst du: das Lizenz-Label, das grüne Schild, die Modellauswahl, die Plugin-Seite und den Credit-Verbrauch.
Was ich nicht weiß
Ob dein Arbeitgeber die Lizenz hat oder nur den Chat, weiß ich nicht und kann ich nicht wissen. Das Label unter deinem Namen sagt es dir (Kapitel 2).
Im Firmenkonto werden Eingabe und Antwort gespeichert, und die Firma kann sie, je nach Lizenz und Einstellung, wiederfinden. Tipp dort nichts ein, was du einer Kollegin nicht auch mailen würdest.
Du willst im Firmen-Copilot kurz etwas Privates klären. Was machst du stattdessen?
Lass es dort. Im Firmenkonto werden Eingaben und Antworten gespeichert und lassen sich durchsuchen. Das Private gehört in das private Konto. Ob die private App auf dem Firmenrechner erlaubt ist, regelt deine Firma.
Kapitel 7 von 14 · Stand: 03.11.2026
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