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Roland Hecht
Kapitel 17 von 20 — Inhaltsverzeichnis

Lokale KI · Praxis · Kapitel 17 · 4 Min.

Stimmungsbild zum Teil Praxis

Was es kostet

Kein Kontingent, keine Rechnung. Dafür Wartezeit, Plattenplatz und Strom — und der Punkt, ab dem die Cloud die vernünftigere Wahl ist.

In den anderen Kursen dieser Lernwerkstatt steht an dieser Stelle eine Tabelle mit Tarifen und Kontingenten. Hier gibt es die nicht. Es gibt trotzdem einen Preis, er wird nur anders bezahlt.

Was nichts kostet

Der zweite Punkt ist im Alltag der spürbarste. Man probiert anders, wenn Ausprobieren nichts kostet. Man lässt denselben Text fünfmal durchlaufen, um zu sehen, welche Formulierung des Auftrags besser wirkt. Bei einer Abrechnung nach Verbrauch überlegt man das dreimal.

Was Zeit kostet

Die eigentliche Währung. Alles an meinem Rechner gemessen:

VorgangDauer
Ein Satz diktieren, rohrund 8 Sekunden für 6 Sekunden Ton
Dasselbe, poliert+ 22 Sekunden
Gerede zu Stichpunkten+ 9 Sekunden
Notiz zu E-Mail+ 17 Sekunden
Modell erstmals laden12 bis 57 Sekunden, je nach Größe
Eine Seite PDF schwärzen, mit allen drei Schichtenmehrere Minuten

Die letzte Zeile ist die ehrlichste des Kurses. Ein sechsseitiger Vertrag durch alle drei Schichten ist keine Sache von Sekunden — das startet man und geht Kaffee holen. Für den Alltag nimmt man die schnellen Schichten und schaltet das Sprachmodell nur bei heiklen Dokumenten dazu.

Was Platz kostet

PostenBei mir
Drei Sprachmodelleknapp 13 GB
Whisper-Modelle (vier Stufen, ausprobiert)rund 4 GB
Die Programme selbstwenige hundert MB

Man landet schnell bei zwanzig Gigabyte, ohne es zu merken, weil jedes Ausprobieren kostenlos ist und nichts von selbst aufräumt. Deshalb gleich zu Anfang auf ein Laufwerk mit Platz legen und ab und zu ollama list ansehen.

Was Strom kostet

Ehrlich gesagt: wenig genug, dass ich es nicht gemessen habe. Ein Bürorechner unter Volllast zieht ein paar Dutzend Watt mehr als im Leerlauf, und ein Diktat dauert Sekunden. Wer den ganzen Tag Dokumente durch die Schwärzung schickt, merkt es vielleicht. Sonst nicht.

Was man merkt: Der Lüfter geht an. Auf einem Notebook im Akkubetrieb ist ein Sprachmodell keine gute Idee.

Was Aufmerksamkeit kostet

Der Posten, den niemand auf der Rechnung hat, und der größte. Ein lokales Werkzeug hat keinen Hersteller, der es für dich aktuell hält:

Wer das nicht will, ist bei den Diensten im Netz besser aufgehoben. Das ist keine Schande, das ist eine ehrliche Rechnung.

Wann die Cloud die vernünftigere Wahl ist

SituationNimm
Langes Dokument zusammenfassenCloud
ProgrammierenCloud
Etwas erklärt bekommen, hin und her fragenCloud
Diktieren, den ganzen Tag, nebenbeilokal
Fremde Daten im Dokumentlokal — wenigstens zum Schwärzen
Kein Netzlokal
Etwas, das niemanden angehtlokal
Merke

Die Frage ist nicht „lokal oder Cloud“. Die Frage ist, welche Aufgabe wohin gehört. Bei mir läuft beides nebeneinander, seit Monaten, und ich denke keine Sekunde darüber nach — die Taste entscheidet.

Und der Preis, der keiner ist

Ein Punkt zum Schluss, weil er in keiner Tabelle steht. Alles, was hier beschrieben wurde, läuft weiter, wenn der Anbieter die Preise erhöht, das Angebot einstellt, die Nutzungsbedingungen ändert oder das Modell austauscht.

Die Datei auf deiner Platte gehört dir. Sie wird nicht schlechter, sie wird nicht teurer, und sie fragt nicht nach. Das ist bei Werkzeugen eine seltene Eigenschaft geworden.

In einem Satz

Die Frage ist nicht „lokal oder Cloud“, sondern welche Aufgabe wohin gehört. Lokal kostet kein Geld, aber Wartezeit, Plattenplatz und Strom.

Ab wann ist die Cloud die vernünftigere Wahl, obwohl sie Geld kostet?

Sobald die Wartezeit teurer wird als das Abo — und bei allem, wo die Qualität eines großen Modells wirklich gebraucht wird. Lokal lohnt sich dort, wo Vertraulichkeit zählt oder viel Gleichartiges anfällt.

Kapitel 17 von 20 · Stand: 13.08.2026